592. Wurstmarkt – Nachmarkt-Freitag

Verfaßt von am 1. Januar 2009, kategorisiert unter Weinfeste 2008

Freitag, 19. September 2008

Zum Nachmarkt hin hatte sich die Wetterlage wenigstens etwas gebessert. Es war nicht mehr so kalt wie die Tage zuvor und so versprach auch dieser Freitag ein schöner Tag, Abend und nicht zu vergessen eine schöne Nacht zu werden.
Jochen und ich entschieden uns nachdem wir die ersten Werbemaßnahmen für “RIESLING ROCKS (224 Aufrufe)” getroffen hatten zu einem mittäglich Besuch auf dem Wurstmarkt. Schließlich konnten wir so Arbeit und Vergnügen miteinander verbinden. Schließlich sind wir Meister wenn es um Effizienz geht. So kamen wir diesen Mittag auch in den Genuß einen Fernsehteam oder besser einem Fernsehpraktikantenteam bei der Arbeit zuzuschauen. Durch (un)qualifizierte versuchten wir die Tonaufnahmen der ach so gestellten Szene zu stören.
Atze und Simone gingen auf Jagd nach dem zweiten Highlight des Wurstmarkts. Sie versuchten das ein oder andere Bild von Heino zu knipsen. Wenn wer das kann, dann die beiden. Dank Atzes’ Gespür standen sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und waren dem Star der Volksmusik ganz nah. Das alles ohne sich in die lange Schlange der älteren Herrschaften einzureihen welche sich schon seit zwei Stunden vor dem Zelt an ihren Rollatoren fest hielten.
Nach dieser ausgedehnten Mittagspause gingen wir zum Ausruhen nochmals nach Hause. Na ja ich konnte mich wenigstens ausruhen, Jochen mußte herbsten. Dafür konnte ich abends schon eher gehen. Ich nutzte die frühe Anwesenheit um einmal über den ganzen Markt zu laufen. Um Mitreden zu können wollte ich mir wenigstens die neuen Attraktionen einmal näher anschauen. Mitfahren fiel leider aus denn ich hatte… äh… die falschen Schuhe an.
Am meisten beeindruckt hat mich die XXL-Schaukel. Wie der Name schon vermuten läßt handelt es sich um eine große Schaukel. Die Flughöhe beträgt bis zu 45 Meter. Die Gondeln drehen sich um sich selbst und der Anschlagwinkel auf beiden Seiten beträgt so schätzungsweise 120°. Während dem Schwingen rast das Fahrgeschäft nur knapp über die Köpfe der Personen im Mittegang. Der dabei entstehende Ton und der Luftzug sind beängstigend.
Zurück am schützenden 21er Stand wurde ich von der Kistenkönigin Marie dazu eingeladen neben ihr auf den Weinsteigen Platz zu nehmen. Bis dahin hätte ich nie gedacht, daß man so schön auf dem Wurstmarkt sitzen kann. Man hat den Rücken frei, sitzt erhöht und hat alles im Blick. Dafür daß man ab und an Leergut aus dem Stand entgegen nehmen muß bekommt man auch noch ohne anzustehen schnell seinen Schorle. Ein Traum!
So saßen wir da etliche Stunden. Während Marie diesen Stammplatz schon seit über acht Jahren inne hat war es für mich Neuland. Was auch den Vorteil hatte, daß mich niemand hier vermutete und fand…
An dieser Stelle wurden ich meiner Illusionen beraubt mit 100 Wurstmarktstunden etwas Besonderes zu sein. Stange, ein Bekannter von Marie, wurde mir vorgestellt. Er hatte es geschafft sage und schreibe bereits 129 Stunden auf dem größten Weinfest der Welt zu verbringen. Dementsprechend demotiviert nuckelte ich weiter an meinem dünnen Vierer-Schorle.
Als sich die Reihen lichteten zogen wir wieder in den Mittelgang um. Angela, Atze, Marc, Simone, Wolfgang und ich fuhren dann in den späten Nachstunden mit dem Großraumtaxi nach Hause. Ich konnte so etliche Stunden gut machen und war somit weiterhin im Rennen um die 100 Stunden Wurstmarkt einzustellen.
12 Stunden
11 Riesling-Schorle


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