Ardèche (F) – Meine Nahtoderfahrung

Verfaßt von am 1. Januar 2009, kategorisiert unter Urlaube / Ausflüge

Dienstag, 12. Juni 2001

Wie sich an diesem Morgen auch für Stefan herausstellte war es Fett gewesen, was ganz oben auf dem Hacienda-Topf schwamm…Stefan bekam die Quittung in Form von einem etwas wäßrigen Stuhlganges…
Nichts desto Trotz und ohne Rücksicht auf Verluste verlangten wir an dem Kajak-Verleihstand nach der großen, 35 km Tour… Nach einigen Tips wie “Left easy, right fun”durch das fachkundige, geschulte Personal begaben wir uns auf Paddeltour. Stefan und Jochen zogen es vor mit einem Zweisitzer zu fahren, während Thiemo und ich mich lieber in einem Einzelsitzer bewegten.
Mit Liedern wie “Ja so en guude Palzwoi…” machten wir uns gleich Freunde “Wie uff em Roi, gell” oder “Mer sinn aus Ludwigshafe…”
Wir kamen ziemlich zügig voran, 50 Prozent von uns passierten die erste größere Stromschnelle ohne Probleme, der Rest Stefan und Jochen zogen den Versuch sich einen Weg durch den Fels zu rammen vor, kenterten aber bei diesem Versuch. Da wir uns in den Einsitzern wagemutiger bewegten, wir hatten ja auch kein Gepäck dabei, lag unsere Chance in Stromschnellen zu kentern wesentlich höher wie sich später noch herausstellen sollte…
Bei der “Left easy, right fun”-Stromschnelle zeriß´ es erst Thiemo dann ein weiteres französisches Pärchen… Thiemo stand sehr elegant an dem Felsen, allerdings ohne Paddel und Boot. Ich grüßte ihn freundlich und kam zum Glück ohne zu kentern an ihm vorbei.
Nachdem wir Paddel und Kajak wieder eingefangen hatten konnte man weitere Hilferufe vernehmen! Jetzt kommen wir zum lustigen Teil der Fahrt, die Frau des erwähnten französischen Pärchens rief an ihrem Boot hängend, daß sie ihre Schuhe verloren hatte. Kein Problem für mich (jeden Tage eine gute Tat), also sammelte ich die Schuhe ein und brachte sie ihr ans Boot, darauf hin sagte sie zu mir: “He can not swim, he can not swim…”. Ich blickte gelassen in Richtung Stromschnelle und sagte zu der guten Dame in einwandfreiem Pfälzisch: “De Thiemo kann schunn schwimme!” und lächelte sie dabei an. Erst als mit Thiemo am Ufer waren uns sein Boot entwässerten, stellte ich fest, daß die Französin ihren Mann gemeint hatte, und nicht Thiemo, aber da war dieser schon wieder gerettet…
Auf der restlichen Reise kenterte ich noch etliche Male, und zwar immer dann, wenn ich gerade jemanden überholt hatte. Einmal mußte ich links an einer Stromschnelle vorbei, wobei es mich dann auch gleich derart zerriß, daß ich aus dem Kajak fiel, und das selbige sofort voll mit Wasser lief und somit gleich unter die Wasseroberfläche sackte. So stand ich nun da, hinter einem Felsen, bei erhöhter Fließgeschwindigkeit des Wassers, das Paddel in der rechten und das untergegangene Kajak in der linken Hand. Zum Glück war Thiemo nicht weit, der konnte mich mit Hilfe des Paddels an Land ziehen. Das war schon kritisch gewesen, denn hätte ich das Boot losgelassen wäre es auf nimmer Wiedersehen weg gewesen.
Aber wir erreichten doch noch mehr oder minder heile den Endpunkt der Reise und waren doch recht froh wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Das Saufgelage Abends viel dann etwas kürzer aus als normal.


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