Hippach (A) – Heiße Abfahrt und kalte Dusche
Verfaßt von Florian Graus am 1. Januar 2009, kategorisiert unter Urlaube / Ausflüge
Dienstag, 07. März 2006
Da wir mittlerweile alle Pisten, mit einigen schwarzen Ausnahmen, auf dem Penken gesehen hatten entschlossen wir (Dominik, Stefan, Thiemo, Michael, Pia und ich) uns dazu mit dem schwebenden Massengrab auf den Rastkogel zu fahren. Das schwebende Massengrab ist eine Drahtseilbahn mit zwei Gondeln, welche ein Fassungsvermögen von 150 Personen haben. Diese fährt die begeisterten Skifahrer über einen einzigen Mast gesichert in das nächste Skigebiet.
Droben waren es circa 14° Celsius unter null, der starke Wind und der eisige Schnee sorgten für die ersten Erfrierungen im Gesicht und an den Ohren. Das schöne an diesem Gebiet waren dafür die weiten Pisten und die geringe Anzahl an anderen Ski- und Snowboardfahrern. So kamen wir alle ohne größere Probleme selbst auch so manche schwarze Passage einer roten Piste hinunter. Die Belohnung winkte im Bergrestaurant Lämmerbichl in Form von Dunkelbier, auch wenn hier der eine oder andere Probleme beim Einschenken hatte.
Während Thiemo und Pia mit dem Massengrab zurück ins andere Skigebiet fuhren wagten sich “die Buwe” an die Panorama-Abfahrt. Von dem herrlichen Panorama konnte man leider aufgrund des Schneefalls nichts erkennen, man war ja schon froh wenn man die anderen Skifahrer sah. Die Abfahrt mit der ein oder anderen heftigen Passage glich an diesem Tag eher einer Buckelpiste auf welcher sich Eisplatten und Tiefschnee abwechselten. Dadurch fiel recht schnell die Entscheidung, daß für heute genug gefahren wurde und wir auf das ein oder andere Weizen in die Elchbar gehen sollten.
Michael und ich entschieden uns nach dem Übermäßigen Genuß von Gerstensaft dazu die Talabfahrt zu wagen. Unser Barkeeper Timmi in der Elchbar meinte sie wäre offen. Zwar wies das Schild “GESPERRT” auf das Gegenteil hin aber er war ja schließlich Einheimischer und mußte es wissen. Unter den Gondeln der Horbergbahn hindurch und über die braunen, schneefreien Stellen hinweg gelangten wir nach einer halben Stunde durchaus geschafft im Tal an. Nach ein paar kurzen Weizen ging es recht zügig mit dem Skibus zurück ins Hotel.
Mir wurde die Ehre zu teil in unserem Zimmer zuerst duschen zu dürfen. Das Wasser kam wohl direkt vom Berg, den es war ordentlich frisch um nicht zu sagen saukalt. Ein Umstellen der Wasserspendedrehvorrichtung von warm auf kalt zeigte aber, daß es durchaus noch kälter ging. Da entschloß ich mal wieder kalt zu duschen, schließlich hat man so etwas zu Hause nicht und ich hatte eh schon kalte Füße. Michael rief danach an und vermeldete, daß die anderen schon 30 Minuten auf warmes Wasser warten würden. Der Wirt hatte vergessen den Brenner der Heizung einzuschalten. Cleveres Kerlchen, im Winter den Brenner abzuschalten… Andere Länder, andere Sitten.
Eine kalte Dusche hat durchaus Vorteile, sie macht einen sofort wieder nüchtern und somit empfänglich für das nächste Flaschenbier. Das darauffolgende Faßbier nahm ich, die anderen hatten zu Gunsten von Apfelsaftschorle damit aufgehört, zusammen mit einer Pizza bei unserem Italiener um die Ecke ein. Im Anschluß ging es zur Skilehrerparty in die örtliche Diskothek. Während Stefan die Getränkekarte durchprobierte blieben Michael und ich bei kostengünstigem Weizenbier, zum Preis von 4,00 EUR für einen halben Liter. Unsere Glücksfee Michael zog bei der stattfindenden Tombola beinahe den Hauptpreis und ich hatte die Ehre diesen entgegenzunehmen. Wir gewannen einen Gutschein für eine digitale Photo-Entwicklung im Wert von 50,00 EUR. Wohl auch einer dieser Preise welcher in der Schreibtischschublade verrotten wird. Dafür führte ich noch eine interessante Unterhaltung mit Verena, einer Ski- und Snowboardlehrerin. Das Mädel hatte soviel Blech im Gesicht, daß sie wohl kein Lawinenrettungssystem RECCO sondern einfach einen großen Elektromagneten für ihre Bergung brauchen würden. Aber wie ich immer zu sagen pflege: “Wen man es tragen kann…”