Motorradsitz abpolstern

Verfaßt von am 1. Januar 2009, kategorisiert unter Yamaha XVS650

Donnerstag, 10. Juni 2003

Es ist zwar ´ne scheiß Arbeit aber es lohnt sich wirklich. Nachdem der Originalsitz eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Sitz von ´nem Sofa besitz muß man dagegen was tun… Der Sitzkomfort leidet darunter nicht, es sei den man weiß nicht wann man mit dem Abpolstern aufhören sollte…. :-)

Folgende Dinge werden hierfür benötigt:
- InBuS-Schlüssel (Innensechskantschlüssel der Firma Bauer und Schaure)
- kleiner Schlitzschraubenzieher
- verschiedene Sägen
- Heftgerät
- Schleifpapier
- ein bißchen Geduld und Fingerspitzengefühl

Der Sitz ist ziemlich hoch und breit, genau das wollen wir ändern! Zuerst schrauben wir den Sitz mal ab und nehmen ihn auseinander. Zuerst schraub man das Eisen ab an dem der Sitz am Bock befestigt ist. Danach muß man die Heftklammern an der Unterseite mit dem Schraubenzieher rausmachen. Wenn alle ab sind kann man den Kunstlederfetzen abziehen und schon hat man drei Teile in der Hand: ´ne Plastikschale, das Kunstleder und das Schaumstoffkissen, daß aussieht als käme es aus Omas Fahrradsattel…

Jetzt packt man die Plastikschale auf den Bock und zeichnet sich mit ´nem wasserfesten Stift die Bereiche ein, die man abschneiden möchte. Hier empfiehlt sich die Ohren rechts und links abzuschneiden, so daß der Sitz nicht so breit ist.
Das selbe macht man auch mit dem Schaumstoffkissen, ebenfalls wieder den wasserfesten Stift hernehmen und anzeichnen, was weg muß. Erst mal nicht zu viel, den was mal ab ist geht nur ganz schwer wieder dran.

Nun wird es erst richtig lustig! Das Absäbeln von der Plastikschale und dem Kissen. Man nehme die Säge (oder ein elektrisches Küchenmesser) und sägt die “Ohren” an der Plastikschale ab. Um die Ecken zu entgraten nimmt man am besten ´n mittelstarkes Schmirgelpapier. Dann legt man das Kissen auf die Schale und zeichnet von unten die abgeschnittenen Kanten auf dem Kissen ein, die wollen wir ja am Kissen auch abschneiden.
Jetzt wird es prickelnd! Am besten nimmt man hierfür ´ne Säge mit ´nem langen Blatt. Wer ´ne Bandsäge hat nimmt die, damit wird es bestimmt am saubersten. Aber der Hobbybastler hat so was leider nicht im Haus… Also müssen wir uns mit der normalen Säge begnügen. Erst mal die “Ohren” abschneiden, dann von hinten mal quer durch den Schaumstoff säbeln. So bis circa zur Mitte, dann das selbe Spiel von vorne noch einmal. Wie gesagt, nicht zu viel absägen, lieber nur Stück für Stück. Immer mal wieder das Kissen auf den Bock legen und vielleicht auch einmal Probesitzen. Wenn man mit dem Ergebnis zufrieden ist, dann muß man wieder den Kunstlederfetzen aufziehen, es sei denn man steht auf den puren Schaumstofflook. Wer natürlich ´ne alte Ledercouch hat oder ´ne alte Jacke kann sich daraus ein Stück zu recht schneiden und damit den Sitz beziehen. Wer die Fähigkeit oder ´ne Frau besitzt der kann sich natürlich auch gleich ´n geiles Muster reinnähen / lassen.
Also das Leder schön straff über den Sitz zerren und festheften. Am besten fängt man an der Rückseite an, dann zieht man den Fetzen schön von hinten nach vorne fest. Erst auf der einen dann wieder auf der Gegenseite, bis man ganz vorne am Sattel wieder angekommen ist. Wenn alles symmetrisch sitzt und das Kunstleder straff am Schaumstoff anliegt (bei wem das nicht der Fall ist, der kann es mit Schaumstoffkleber noch zusätzlich befestigen) dann kann man alles noch mal festtackern. Falls ein paar Klammern überstehen dann kann man diese noch zusätzlich mit ´nem Hammer reindreschen.
Ist alles wieder zusammengebaut dann schraubt man den Sattel wieder drauf und kann die erste Probefahrt machen…

Hier das Resultat! Sieht meiner Meinung nach richtig gut aus. Ich finde auch, daß man darauf besser sitzt als auf dem Originalen. Nicht vergessen, die Spiegel vor der Fahrt wieder einzustellen…. :-)
Viel Spaß und Erfolg beim Nachbauen…


- 2151 Artikelaufrufe -
:,

Kommentar verfassen