Lago di Garda (I) – Gefährliche Bergwanderung am Monte Baldo
Verfaßt von Florian Graus am 7. Juli 2009, kategorisiert unter Urlaube / Ausflüge
Donnerstag, 07. Mai 2009
Nachdem wir erst einmal gemütlich ausgeschlafen hatten überraschten uns die große Auswahl am Frühstückbuffet und die Tatsache, daß wir in der Sonne frühstücken konnten. Im Hotel war recht wenig los und so bekamen wir eine der besten Plätze auf der großzügigen Terrasse mit Blick auf die Bucht von Garda und den hoch aufragenden Felsstock, La Rocca.
Als begeisterter Bergwanderer und Gipfelstürmer hatte ich zuhause schon das Tagesprogramm ausgearbeitet. In Garda kauften wir uns etwas Wegzehrung um auf unserer Wanderung auch eine Rast machen zu können. Wir fuhren mit dem Auto zur Ostseite des Monte Baldo, einem circa 30 Kilometer langen Bergrücken, um dort einen der höchsten Gipfel zu erklimmen, dem Punta Telegrafo (2.200m). Die Besonderheit des Monte Baldo ist daß er ein sogenannter Nunatak ist. Ein Berg welcher zu Zeiten der Eiszeit nie mit solchem bedeckt war. Dadurch ist die Flora hier besonders artenreich und viele europäische Pflanzen kommen nur hier vor.
Tja, das war so zu Zeiten der Eiszeit. Als wir an dem Fuß des Monte Baldo immer näher kamen stellten wir, zumindest ich, mit Freude fest, daß Schnee auf den Gipfeln ist. Aus der Freude wurde mit schwindender Distanz schnell Ernüchterung. Schließlich ist das Wandern im Schnee nicht ganz ungefährlich. Trotzdem starteten wir unseren Aufstieg am Rifugio Novezzina. Der Höhenunterschied bis zum Gipfel beträgt etwas über 900 Meter, die Wanderzeit war mit zweieinhalb Stunden geschätzt. Die ersten dreihundert Höhenmeter überwanden wir recht schnell auch wenn es anstrengend war. Schließlich knallte die Frühjahrssonne mit aller Kraft auf uns; es war circa 23° Celsius warm.
Plötzlich wartete das erste Schneefeld auf uns, wir freuten uns und waren noch am Lachen. Knapp 200 Höhenmeter später sah da anders auf. Mittlerweile hatte ich uns ein paar Wanderstöcke aus der Umgebung besorgt auf welche wir uns stützen konnten, trotzdem rutschen wir immer wieder aus. Um uns herum gab es nur noch Schnee und der Hang fiel steil nach Osten ab. Auf einer Höhe von 1.800m mußten wir uns schweren Herzens leider zum Umkehren entschließen, das Weiterwandern wäre zu gefährlich gewesen. Auf einem sonnigen, schneefreien Abschnitt machten wir Rast und traten den Rest des Abstiegs an.
Wer hätte ahnen können, daß noch so viel Schnee auf dem Bergrücken liegen würde. Hätten wir es gewußt hätten wir bessere Ausrüstung in Form von Stöcken und Steigeisen mitgenommen. Na ja, so hat der Berg uns geschafft. Noch nie passiert, traurig aber trotzdem wahr…
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Hotelpool. Vor den neidischen Blicken derer die auf der Uferpromenade flanierten. Schließlich lag unser Hotel direkt am See. Dazwischen ein etwa 80 Meter langer Park, dieser umfaßte insgesamt etwa 12.000 qm.
Das Abendessen versuchten wir in Garda zu finden. Leider gingen wir natürlich einer Touristenfalle auf den Leim. Die Fischplatte für 20.- EUR bestand aus allem anderen außer Fisch aus dem Gardasee. Zudem war diese gar nicht gewürzt und das Gemüse vollends daneben. Löblich war die Antipasti, die bot von allem etwas und war mehr als ausreichend für eine Vorspeise.
Eine Kneipe weiter fand Marie das Getränk des Urlaubs. Orangefarben, mit Eis und einer Orangenscheibe dekoriert. Der Ober erklärte uns schnell das sei ein Aperol Sprizz, bestehend aus Aperol, Secco Vino und Soda. Wir tranken gleich ein paar, so lecker war das Zeug.
So war es doch noch ein schöner Abschluß des letzten Abends in Garda.