Mittenwald (D) – Über den Franzosensteig

Verfaßt von am 10. September 2009, kategorisiert unter Urlaube / Ausflüge

Donnerstag, 03. September 2009

Bei einem theaterreifen Interaktiv-Frühstück mit Frau Rieger stärkten wir uns für den Tag. Interaktiv deshalb, da Frau Rieger immer mit sich in der Küche beschäftigt war und Sie aus dem Hintergrund nach Kaffee, Käse oder Wurst fragte. Man mußte schnell sein und durfte seinen Einsatz nicht verpassen um den gewünschten Brotbelag oder Ähnliches zu bekommen.
Das Wetter war leider nicht so heiter wie unsere Stimmung. Über Mittenwald hingen dichte Wolken. Frau Rieger empfahl uns den Wanderweg durch die Leutaschklamm. Dort konnten wir uns in der Nähe des Ortes bewegen und wären bei starkem Regen schnell wieder im Trockenen. Eigentlich wollten wir auf den Berg doch dazu war das Wetter einfach nicht passend.
Die Leutaschklamm erwies sich als schöne Alternative. Nach einem kurzen Anstieg kann man über ein neues grenzüberschreitendes Treppen- und Brückensystem über der Leutaschklamm gehen. Der Pfad ist als Informationspfad angelegt und kann auch mit Straßenschuhen begangen werden. Spektakulär ist der Ausblick von den beiden circa 50 Meter hohen Brücken.
Werner konnte den Ausblick aufgrund seiner Telefonitis leider nicht genießen. Er mußte durch wichtige, geschäftliche Entscheidungen erreichbar sein. Die hielt uns natürlich immer etwas auf und wir machten uns einen Spaß daraus und zogen Werner wiederum damit auf.
Wir liefen den Weg gegen die eigentliche Richtung somit war der Anfang des Weges unser Ende, dort trafen wir die Entscheidung wie wir weiterlaufen wollten. Auf der Karte fand ich den als schwierig gekennzeichneten Franzosensteig. Über diesen konnte man zum Grünkopf laufen und von da weiter zur Ederkanzel. Gesagt getan.
Wir liefen ein Stück in der Ebene auf 1.030 Metern um dann nach rechts zu gehen und den Aufstieg über den Franzosensteig anzugehen. Es stieg kontinuierlich steil an und überwandten 400 Meter Höhenunterschied. Das Wetter hatte sich mittlerweile zum Besten geändert. Durch morgendlichen Regen und die einsetzende Sonne war die Luftfeuchtigkeit dementsprechend hoch. Unsere Multifunktionshemden, und Jürgens Baumwollhemd, waren bei der ersten Pause schon durchgeschwitzt.
Nach einer Weile überschritten wir wieder die Grenze nach Deutschland und drehten nach rechts ab um den höchsten Punkt unserer Route, den Grünkopf (1.587m) zu erreichen.
Nach einem weiteren steilen Aufstieg kamen wir am Gipfelkreuz an und dort gönnten wir uns erst einmal ein Glas Rotwein. Es war ziemlich windig und als wir den Rebensaft genossen fing es an zu donnern.
Ein bedrohliches Gewitter war mittlerweile um uns herum im Entstehen und wir mußten uns mit dem Abstieg beeilen. Fast schon im Laufschritt gingen wir den Weg vom Grünkopf in Richtung Ederkanzel hinunter. Wir hatten Glück im Unglück und wurden vom Regen verschont.
Nachdem wir über 400 Höhenmetern bergab gegangen waren erreichten wir das Gasthaus Ederkanzel von welchem man einen schönen Blick über Mittenwald und das Tal nach Scharnitz hat. Hier belohnten wir uns mit einem Bier und etwas zu Essen für die Anstrengungen. Jürgen bestellte sich einen “Riesen”. Das Teil hatte es wirklich in sich. Es war eine Art aufgeblasener, fritierter Pfannkuchen in der Größe eines Fußballens.
Mit dieser Stärkung gingen wir die restlichen Meter ab ins Tal. In Mittenwald angekommen gönnten wir uns in der Altstadt noch eine Tasse Kaffee. Während wir im Außenbereich des Cafés saßen fing es an in Strömen zu regnen. Unter den Schirmen jedoch blieben wir trocken.
Als der Regen wieder aufgehört hatte gingen wir zurück zum Gasthof. Auf dem Weg wurden wir dann endgültig vom Regen erwischt und so kamen wir naß bis auf die Knochen bei Frau Rieger an. Netterweise durften wir unsere Klamotten und Schuhe im Heizraum zum Trocknen aufhängen.
Nach einer warmen Dusche und frischer Kleidung gingen wir in die Südtiroler Stubn. Werner übernahm aufgrund der Verspätung am Vortag durch den Kupplungsschaden die Kosten für das Abendessen.


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