Mittenwald (D) – Wandern in den Wolken
Verfaßt von Florian Graus am 10. September 2009, kategorisiert unter Urlaube / Ausflüge
Freitag, 04. September 2009

Gleich nach dem Aufwachen schweifte unser Blick aus dem Fenster unseres “aufgebohrten” Doppelzimmers. Was wir da draußen sahen stimmte uns nicht wirklich fröhlich. Der Himmel war abermals mit Regenwolken bedeckt. Somit mußten wir auch an diesem Tag den Gipfel von unserer Liste streichen. Eigentlich wollten wir an das Soiern-Haus wandern und dort den Ausblick genießen.
Bedrückt trafen wir am Frühstückstisch von Frau Rieger ein. Durch ihre Anwensenheit waren wir gleich wieder bester Laune. Das Frühstück gestaltete sich genauso witzig wie am Tag zuvor. Lange überlegten wir was wir wohl heute für eine Aktivität machen könnten. Mehrmals fiel der Wunsch das Geigenbauermuseum zu besuchen… Dem wurde aber nicht stattgegeben.
Mit Hilfe der Tochter des Hauses entschieden wir uns dazu über den Leitersteig zur “Brunnsteinhütte (98 Aufrufe)” zu wandern. Die Route führte durch den Wand am Karwendel, somit sollten wir dort auch nicht allzu naß werden.
Nachdem wir ein Stückchen durch Mittenwald gelaufen waren überquerten wir die Isar und schon began der Aufstieg. Die Bundesstraße unterquerten wir in einer Art Kanal, der wohl im Frühjahr das Tauwasser führt. Danach ging es in Serpentinen steil aufwärts durch den Wald. Nach ein paar Metern liefen wir nach rechts, geradeaus ging es weiter zur Mittenwalder Hütte, doch diese war uns zu nah.
Ab und an gab der uns umgebende Nebel den Blick auf Mittenwald frei. Es herrschte eine mystische Stimmung, jeder von uns war insich gekehrt und folgte in Trance dem Weg.
Nach einer Weile erreichten wir endlich den Leitersteig. Leider war dieser wohl durch einen Mure zerstört worden. So mußten wir das Schmelzwassertal etwas weiter unten durchqueren. Der Blick war außergewöhnlich. Wir entschieden uns auf dem Rückweg hier Rast zu machen. Doch jetzt mußten wir erst einmal zur “Brunnsteinhütte (98 Aufrufe)“.
Der Auftieg war dennoch nicht ganz ohne. Es ging nochmals circa 300 Höhenmeter steil bergauf. Ich hatte an diesem Tag meinen Spitznamen weg: Bergkatze. Mein Tritt paßte und so konnte ich sehr schnell die Hütte erreichen und oben schon an meinem Bier nippen während die anderen drei nacheinander eintrafen.
Die “Brunnsteinhütte (98 Aufrufe)” ist ein Vorbild für Umweltbewußtsein. Bereits 1989 wurde auf dem Dach eine Solaranlage installiert welche 95 % des Gesamtenergiebedarfs abdeckt. Im Mai 2000 wurde sogar eine eigene umweltfreundliche Kläranlage installiert.
Wir stärkten uns mit Suppe und Bier und nachdem unsere Funktionskleidung wieder getrocknet war machten wir uns an den Abstieg ins Tal.
Im Schmelzwassertal machten wir erneut Rast, schließlich mußten wir unsere mitgebrachten Sachen auch noch essen. Es gab leckere Salamie, Landjäger aus Lammfleisch, Rotwein, Hausmacher, Brot und Gurken. Doch abermals hatten wir Pech mit unserer Pause. Plötzlich zogen schwarze Gewitterwolken auf und es fing an zu regnen. Fast schon im Laufschritt gingen wir den restlichen Weg ins Tal hinunter. Als wir in der Ebene ankamen war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Die Sonne schien und trieb somit die Luftfeuchtigkeit in die Höhe.
Nach einer erholsamen Dusche bei Frau Rieger ruhten wir uns noch etwas aus. Das Abendessen nahmen wir im “Gasthof Stern (101 Aufrufe)” ein. Die Portionen waren üppig und wir wurden äußerst nett bedient. Für den Folgetag planten wir schon das nächste Abendessen ebenfalls dort einzunehmen. Nichtzuletzt wegen der “zünftigen Musi” die spielen sollte.