Wandertour zum Friedenskreuz
Verfaßt von Florian Graus am 6. Januar 2011, kategorisiert unter Urlaube / Ausflüge
Samstag, 01. Januar 2011
Nachdem sich die letzten Silvester-Gäste auf die Heimreise begeben hatten schnürten Marie und ich die Stiefel um eine kleine Neujahrswanderung zu unternehmen. Nach der ganzen Völlerei in den letzten Tagen war dies auch nur mehr als angebracht.
Wir nahmen uns den Gipfel des Maimont als Ziel vor, die Route sollte über das Friedenskreuz, welches auf einem Nebengipfel des Maimont steht, führen. Für die geschichtlich etwas Interessierten, der Maimont war zu Beginn des Welstfeldzuges einer der strategischen und stärksten umkämpften Gipfel. Am 13. Mai 1940 begann der verlustreiche Kampf um den Maimont welcher sich über 15 Stunden hinziehen sollte und etliche Gefallene hinterließ.
Um diesem Tag zu gedenken und die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland zu festigen wurde im Jahre 1950 von beiden Seiten ein Friedenskreuz auf dem stärker umkämpften der beiden Gipfel errichtet.
| “Möge das Kreuz auf dem Maimont die kommenden Geschlechter mahnen, daß sie ihre kurzen Erdentage nicht vergällen durch Krieg und Zwietracht, daß sie Frieden wahren im eigenen Volk und im eigenen Herzen und daß sie in wahrer Gottesfurcht ihr Leben verbringen, da Hilfe und Heil nur von Gott kommen kann.” |
Beim Anstieg galt es etwas mehr als 200 Höhenmeter zu überwinden um den Gipfel mit seinen 491 Metern zu erreichen. Im Schnee, und nach der vorangegangen Nacht, gestaltete sich das etwas schwieriger. Doch wir erreichten unser Etappenziel und stiegen die vereiste Eisenleiter zum Friedenskreuz empor. Von einem Ausblick konnte man bei den tief hängenden Wolken natürlich nicht im Geringsten sprechen.
Der Blick auf die Uhr verriet uns, zum Hauptgipfel des Maimont schaffen wir es nicht mehr. So schlugen wir einen anderen Weg ein und setzen uns die Burg Blumenstein als weiteres Etappenziel. Aufgrund des fehlenden Schlittens wollten wir mit Hilfe von Plastiktüten wollten wir die Burg rutschender Weise schneller erreichen. Das Unternehmen war allerdings nicht sonderlich von Erfolg gekrönt.
Die Felsenburg Blumenstein ist leider nun noch als Ruine erhalten, dennoch ist vieles noch erhalten und anschaubar. So sieht man gleich zu Beginn die große Zisterne bevor man das Plateau und den Aufstieg zur Oberburg erreicht. Der Weg dorthin führt über eine schmale, bei unserem Besuch vereiste, Felsentreppe mit Brücke. Diese wurde wohl früher als Zugbrücke verwendet. Man passiert eine große Felsenkammer in welcher eine Art Lastenaufzug betrieben wurde. Die Mulde und die Verankerungen für die Nabe des Lastenrades sind deutlich zu erkennen.
Am Ende der Treppe sieht man noch die Reste des Palas welcher zur Bergseite hin als Schildmauer diente. Von hier aus gelangt man über eine weitere, noch schmalere Felsentreppe auf das obere Felsplateau. Hier soll damals der Bergfried gestanden haben.
Trotz der eisigen Umstände kamen wir nach oben uns sogar wieder runter, auch wenn ich mich bewegt habe wie Mr. Bean auf dem Sprungbrett…
Mit dem letzten Tageslicht kamen wir wieder sicher in Petersbächel an.